Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Instandsetzung des Stahlwasserbaus der Mittelweserschleusen

An der Mittelweser wurden sechs Schiffsschleusenanlagen in Petershagen, Schlüsselburg, Landesbergen, Drakenburg, Dörverden und Langwedel im Zuge der 1958 abgeschlossenen Stauregulierung der Mittelweser erbaut. Sie sind Anlagen der jeweils gleichnamigen Staustufe und in Schleusenkanälen angeordnet, die den mäandrierenden Gewässerverlauf der Weser abkürzen. Die Schleuse Dörverden wurde in den letzten Jahren durch einen Neubau ersetzt, der im September 2013 zum Verkehr freigegeben wurde. Die Schleusenanlagen werden vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Verden unterhalten und betrieben.

Die Schleusenanlagen weisen nach Auswertung der Bauwerksinspektionsergebnisse altersbedingt verschiedene Verschleißschäden an der Stahlwasserbauausrüstung (Schleusentore und Umlaufverschlüsse), den zugehörigen Antrieben und der Elektrotechnik auf, die der Instandsetzung bedürfen.

Fünf Schleusen (bis auf Schleuse Dörverden) sind nahezu baugleich. Die Häupter und Schleusenkammern wurden als Schwergewichtsblöcke in Beton- bzw. Stahlbetonbauweise erstellt. Das Befüllen und Entleeren der Kammern erfolgt über kurze Umläufe in den Häuptern mit darin angeordneten Rollkeilverschlüssen. Als Kammerverschlüsse sind in den Ober- und Unterhäuptern Stemmtore eingebaut. Alle Schleusenverschlüsse werden elektromechanisch angetrieben.

Für die fünf Schleusen sind insgesamt zwei Sätze von Revisionsverschlüssen vorhanden, um die Schleuse trocken legen zu können. Auch diese sind zu erneuern bzw. instandzusetzten.

Außerdem sind für die fünf Schleusen zusammen ein Reserve-Obertor und ein Reserve-Untertor vorhanden. Diese werden im Falle einer Havarie oder bei größeren Instandsetzungen an einem Tor ersatzweise eingebaut und die Schleusensperrzeit dadurch stark minimiert. Dies ist bei den betrachteten Schleusenanlagen nötig, weil es sich um Einzelschleusen handelt und deshalb bei der Sperrung einer Schleuse unmittelbar der gesamte Schiffsverkehr auf der Weser blockiert ist. Die Ersatztore sind durch Neubauten zu ersetzen.

Die vorhandenen elektromechanischen Antriebe stammen aus der Bauzeit der Schleuse. Die Stemmtore werden mittels Triebstöcken bewegt, die Umlaufverschlüsse mittels Kettenantrieb.

Zwischen dem WSA Verden und dem NBA Hannover wurde ein Projektauftrag mit dem Ziel geschlossen, die notwendigen Instandsetzungs- und Neubaumaßnahmen zu planen, die zugehögrigen Entwürfe aufzustellen und letztendlich die Instandsetzung durchzuführen. 

Im Herbst 2013 begannen die Entwurfsplanungen für den Stahlwasserbau, die Antriebe und der Elektrotechnik. Für die Planungsleistungen wurde ein Ingenieurbüro gebunden.

Inzwischen ist die erste Baumaßnahmen beendet. Das Reserveruntertor wurde neu gebaut und es fand der erfolgreiche Probeeinbau im Oktober 2016 an der neuen Schleuse in Dörverden statt. Das neue Reserveuntertor lagert nunmehr an der Schleuse Langwedel und wartet auf seinen ersten Einsatz. Das alte Reservetor wurde der Entsorgung zugeführt.

Probeeinbau des neuen Reserveuntertors in die Schleuse Dörverden am 13. Okt. 2016 Probeeinbau des neuen Reserveuntertors in die Schleuse Dörverden am 13. Okt. 2016