Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Ausbau des Elbe-Lübeck-Kanals

Verbindung der Elbe mit den Lübecker Häfen

Der Elbe-Lübeck-Kanal (ELK) ist eine ca. 62 km lange Binnenwasserstraße und verbindet die Elbe bei Lauenburg mit der Trave bei Lübeck mit Anschluss an die Lübecker Seehäfen. Er stellt eine Ostsee-Hinterlandanbindung dar und hat über die Elbe, den Elbe-Seiten-Kanal eine Verbindung mit dem deutschen und mitteleuropäischen Binnenwasserstraßennetz. Der ELK ist in die Wasserstraßenklasse VI gem. der Europäischen Klassifizierung von Wasserstraßen eingestuft, wobei die dafür relevanten Abmessungen wie Schiffslänge und -breite, dem Tiefgang und der Brückendurchfahrtshöhe für die durchgehende Fahrt nicht erreicht werden.

Im Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2030 ist der Ausbau des ELK unter der laufenden Nummer 22 mit einem geschätzten Investitionsvolumen von 838 Mio. Euro und einer Gütertransportprognose von 0,6 Mio. Tonnen pro Jahr im Richtungsverkehr im vordringlichen Bedarf vorgesehen. In Vorbereitung des BVWP 2030 bzw. zur Entscheidungsfindung über die Aufnahme dieses Ausbauvorhabens wurde eine Projektbeschreibung (Projekt W33) erstellt, die der Öffentlichkeit zugänglich ist.

Schifffahrt im Nordabschnitt des ELK, hier bei Büssau Schifffahrt im Nordabschnitt des ELK, hier bei Büssau Schifffahrt im Nordabschnitt des ELK, hier bei Büssau

Der ELK kann auf ganzer Länge von Motorgüterschiffen mit einer Länge von 80 m, einer Breite von ca. 8,20 m bei einem Tiefgang von 2 m befahren werden. In diesem Schiff können maximal 1.000 t Güter befördert werden. Ebenfalls passieren können Schubverbände mit einer Länge von bis zu 114,50 m. Am ELK sind sieben Schleusen. Die beiden Schleusen Lauenburg und Witzeeze bilden den Aufstieg von der Elbe zur Scheitelhaltung und die Schleusen Donnerschleuse, Behlendorf, Berkenthin, Krummesse und Büssau den Abstieg von der Scheitelhaltung zur Trave und damit zur Ostsee. Alle Schleusen, außer der Schleuse Lauenburg wurden mit dem ELK 1900 errichtet und eingeweiht . Ihre Abmessungen entsprechen nicht den heutigen Anforderungen der Binnenschifffahrt. Die neue Schleuse in Lauenburg wurde 2006 eingeweiht. Ihre Abmessungen entsprechen bereits den heute gültigen Anforderungen.

Einfahrt in die Schleuse Krummesse Einfahrt in die Schleuse Krummesse Einfahrt in die Schleuse Krummesse

Blick aus dem Betriebsgebäude der Schleuse Lauenburg Blick aus dem Betriebsgebäude der Schleuse Lauenburg Blick aus dem Betriebsgebäude der Schleuse Lauenburg (Inbetriebnahme 2006)

Der ELK wird von insgesamt 24 Brücken überquert. Davon haben bereits 17 Brücken die erforderliche Durchfahrtshöhe von 5,25 m, lediglich sieben Brücken sind niedriger. Die durchgehende Kanaltiefe beträgt 2,50 m.

Projektziel

Ziel des Ausbaus ist es, die durchgehende Passage für das Großgütermotorschiff (GMS), im Richtungsverkehr, mit den Abmessungen von 110 m x 11,40 m bei einem Tiefgang von 2,80 m zu ermöglichen (entspricht der Wasserstraßenklasse Va). Dieses Schiff kann ca. 2.100 t Ladung transportieren.
Hierfür ist der Neubau der o.g. sechs alten Schleusen mit größeren Abmessungen, die den heutigen Anforderungen entsprechen, erforderlich. Das Kanalbett muss durchgehend auf 4 m vertieft werden.

Durch die Anhebung von weiteren sieben Brücken auf eine Durchfahrtshöhe von 5,25 m über den Kanalwasserspiegel wird zukünftig der durchgängige Transport von zwei Lagen Containern ermöglicht.

jetztzukünftig
Schleusennutzbare Länge80,00 m115,00 m
nutzbare Breite12,00 m12,50 m
Tiefe über Drempel2,50 m4,00 m
Tiefe Kanalbett2,50 m4,00 m
BrückenDurchfahrtshöhe4,63 m>5,25 m
Beladung pro Schiff1.000 t2.100 t

Tabelle: Veränderung der maßgeblichen Parameter

Projektumsetzung

Für die Bildung einer Projektgruppe wurden Ende 2016 zunächst 20 Dienstposten durch den Deutschen Bundestag bereitgestellt. Die Projektgruppe besteht aus bau- und maschinentechnischem, vermessungstechnischem sowie landschaftsplanerischem Personal. Sie wurde beim Neubauamt für den Ausbau des Mittellandkanals (NBA) Hannover, mit Dienstsitz in Lauenburg und Geesthacht angesiedelt und nahm am 01.07.2017 ihre Arbeit auf. Für das Gesamtprojekt ist die schrittweise Aufstockung mit weiterem Personal vorgesehen, wobei die Bewilligung ebenfalls durch den Deutschen Bundestag erfolgen wird.

Gegenwärtig arbeitet die Projektgruppe an den beiden Teilprojekten Projekt 1: „Streckenausbau zwischen dem Verladehafen Horsterdamm und der Einmündung in die Elbe“ in der Ortslage von Lauenburg und an Projekt 2: „Ersatzneubau von Schleuse und Straßenbrücke in Witzeeze“.

Umschlag am Verladehafen Horsterdamm Umschlag am Verladehafen Horsterdamm Umschlag am Verladehafen Horsterdamm

Die frühzeitige Information und Einbindung der Öffentlichkeit, insbesondere dort wo Anrainer entlang des ELK konkret betroffen sind, ist vorgesehen und wird bereits schrittweise umgesetzt. Eine Reihe von Informationsveranstaltungen über das Projekt hat bereits stattgefunden, weitere Veranstaltungen werden stattfinden.